Fake-Bewertung angefochten und keine Antwort? Google nennt für Einsprüche derzeit keine Frist

Google hat am 16. Oktober 2026 bestätigt, dass Einsprüche zu Bewertungen derzeit deutlich länger dauern. Eine Frist nennt der Konzern nicht, und er bittet ausdrücklich darum, keine doppelten Einsprüche einzureichen.

Das Wichtigste: Google bearbeitet Einsprüche zu Bewertungen derzeit langsamer als üblich und nennt keinen Zeitrahmen. Das hat ein Google-Mitarbeiter am 16. Oktober 2026 in der offiziellen Community bestätigt. Betroffen ist jeder Betrieb, der eine abgelehnte Meldung angefochten hat. Wichtig: Pro Bewertung ist nur ein Einspruch vorgesehen, Duplikate soll man nicht einreichen. Den Stand zeigt das Bewertungs-Tool.

Plattform: Google   Thema: Bewertungen

Comic: Zahnärztin wartet neben großer Uhr mit Sternen-Umschlag, dahinter eine endlose Schlange gleicher Umschläge
Einsprüche zu Bewertungen stehen bei Google gerade in einer langen Schlange.

Eine Zahnarztpraxis meldet eine Ein-Stern-Bewertung von jemandem, der nie Patient war. Google lehnt die Entfernung ab, die Praxis legt Einspruch ein, und dann passiert wochenlang nichts. Genau diese Lage hat Google jetzt offiziell bestätigt: Einsprüche zu Bewertungen dauern derzeit länger, und eine Frist gibt es nicht.

Was ist passiert?

Dan Boguslavsky vom Google-Team schrieb am Freitag, 16. Oktober 2026, in der offiziellen Community zum Google Unternehmensprofil: „Due to high volume of review related appeals, processing times are currently extended.“ Auf Deutsch: Wegen der hohen Zahl an Einsprüchen zu Bewertungen sind die Bearbeitungszeiten derzeit verlängert. Weiter heißt es: „As of this time, we cannot provide a specific response timeframe for pending cases.“

Dazu kommt ein klarer Hinweis: „Do not create a duplicate appeal.“ Wer Einspruch eingelegt hat, muss laut Google nichts weiter tun. Search Engine Roundtable berichtete am 20. Oktober darüber und verweist auf ähnliche Verzögerungen im März und Dezember 2025.

Die deutsche Google-Hilfe beschreibt den Ablauf so: Wurde eine gemeldete Rezension nicht entfernt, kann man „einmalig Einspruch einlegen“. Das geschieht im Tool zum Verwalten von Bewertungen über „Status einer zuvor gemeldeten Rezension prüfen und Einspruchsmöglichkeiten anzeigen“. Die erste Prüfung dauert laut Hilfe „in der Regel mehrere Tage“. Für den Einspruch selbst nennt die Seite keine Dauer.

Im Tool lassen sich bis zu zehn Rezensionen gleichzeitig markieren. Als Status zeigt Google „Entscheidung steht aus“, „Meldung überprüft – kein Richtlinienverstoß“ oder „Eskaliert – prüfen Sie Ihre E‑Mails auf neue Nachrichten“. Nur im zweiten Fall ist ein Einspruch möglich. Wer den Status kennt, muss also nicht raten, ob der Fall überhaupt noch offen ist.

Welche Zahlen gibt es?

292 Mio.

Bewertungen hat Google 2025 nach eigenen Angaben blockiert oder entfernt (Google Maps Safety Report, 16.04.2026)

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Einspruch pro abgelehnter Meldung sieht die deutsche Google-Hilfe vor, abgerufen am 25.10.2026

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Wie lange Einsprüche derzeit dauern, veröffentlicht Google nicht

Wer gewinnt?

Niemand im eigentlichen Sinn. Kurzfristig profitieren Absender gefälschter Bewertungen, deren Texte während der Wartezeit sichtbar bleiben.

Wer verliert am meisten?

Lokale Betriebe mit wenigen Bewertungen. Bei einem Profil mit 20 Rezensionen zieht eine unberechtigte Ein-Stern-Bewertung den Schnitt spürbar nach unten, bei 500 kaum. Besonders unangenehm ist das für Praxen, Handwerker und Restaurants, bei denen Kunden vor dem ersten Kontakt auf die Sterne schauen. Wer aus Ungeduld einen zweiten Einspruch stellt, riskiert nach Googles Hinweis nur zusätzliche Duplikate in der ohnehin langen Schlange.

Die Lage dürfte mit Googles schärferem Vorgehen gegen Spam zusammenhängen. Im April hatte Google angekündigt, bei einer plötzlichen Häufung von Spam-Bewertungen die gefälschten Inhalte zu entfernen und „pause new reviews on the profile“. Mehr Prüfungen bedeuten auch mehr Einsprüche. Einen direkten Zusammenhang nennt Google in seinem Beitrag allerdings nicht.

Wie können lokale Unternehmen reagieren?

  • Erstens: den Status im Tool zum Verwalten von Bewertungen prüfen statt neu einzureichen. Steht dort „Eskaliert“, kommt die Entscheidung per E-Mail.
  • Zweitens: sachlich und öffentlich auf die strittige Bewertung antworten. Die Antwort lesen potenzielle Kunden, während der Einspruch läuft.
  • Drittens: Belege sammeln, etwa fehlende Kundendaten im eigenen System oder zeitliche Häufungen, für den Fall einer Eskalation.
  • Viertens: regelmäßig echte Bewertungen zufriedener Kunden einholen, im Rahmen der Google-Richtlinien. Eine breite Basis dämpft den Effekt einzelner Ausreißer.

Wie Google bei auffälligen Häufungen inzwischen Bewertungen ganz pausiert, haben wir in der Meldung Google pausiert Bewertungen nach Spam-Warnung beschrieben.

Bei Einsprüchen gilt im Moment: einmal sauber begründen und dann warten.

Fazit

Google bestätigt verlängerte Bearbeitungszeiten für Einsprüche zu Bewertungen und nennt keine Frist. Betriebe sollten keinen doppelten Einspruch stellen, sondern den Status im Bewertungs-Tool verfolgen und die strittige Bewertung öffentlich sachlich beantworten.

Quellen

Weitere Meldungen

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Tobias Frank — Inhaber Lokalbesucher GmbH

Verfasst von

Tobias Frank

Inhaber & Geschäftsführer · Lokalbesucher GmbH · 20 Jahre Erfahrung (Salesforce, Amazon, StepStone) ·

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