Die kurze Antwort: Ein Google Unternehmensprofil erstellst du kostenlos unter google.com/business mit einem Google-Konto: Unternehmen suchen oder neu anlegen, Hauptkategorie wählen, Adresse oder Einzugsgebiet eintragen, Telefon und Website ergänzen, dann verifizieren — heute meist per Video. Reine Eingabe: 15–20 Minuten. Sichtbar wird das Profil erst nach der Verifizierung, typischerweise innerhalb weniger Tage.
Was du brauchst, bevor du anfängst
Das Google Unternehmensprofil (bis November 2021 „Google My Business") ist der Eintrag, den Kunden bei Google Maps und in der Google-Suche rechts neben den Ergebnissen sehen. Es ist kostenlos, es gibt keine Premium-Version, und Google verkauft keine „bessere Platzierung" dafür. Bevor du loslegst, lege dir vier Dinge bereit:
- Ein Google-Konto, das dem Unternehmen gehört — nicht das private Gmail eines Mitarbeiters, der nächstes Jahr weg ist. Ideal: eine Adresse wie [email protected] als Google-Konto anlegen.
- Den exakten Firmennamen, so wie er auf Schild, Rechnung und Website steht. Keine Zusätze wie Ort oder Leistung.
- Adresse, Telefonnummer, Website in genau einer Schreibweise. Diese drei Angaben (kurz: NAP) müssen später überall im Netz identisch sein.
- Mindestens 3–5 echte Fotos: Außenansicht, Innenraum, Team oder Arbeit. Kein Stockmaterial.
Wichtig: Google verwaltet das Profil seit 2022 direkt in der Google-Suche und in Google Maps. Eine eigene „Google My Business"-App gibt es nicht mehr. Wer dir eine App verkaufen oder „für die Freischaltung" Geld abnehmen will, ist kein Google.
Schritt 1: Prüfen, ob dein Unternehmen schon bei Google existiert
Suche bei Google Maps nach deinem Firmennamen und deiner Stadt. Findest du einen Eintrag, hat Google ihn automatisch angelegt oder ein Kunde hat ihn vorgeschlagen. Dann legst du kein neues Profil an, sondern beanspruchst das vorhandene: Auf dem Eintrag steht „Inhaber dieses Unternehmens?" — dort klickst du. Doppelte Profile sind einer der häufigsten Gründe für spätere Sperrungen; dazu mehr im Artikel Google Unternehmensprofil gesperrt.
Gibt es keinen Eintrag, gehst du auf google.com/business, klickst „Jetzt verwalten" und tippst deinen Firmennamen ein. Google schlägt Treffer vor; ist deiner nicht dabei, wählst du „Unternehmen mit diesem Namen hinzufügen".
Schritt 2: Firmenname und Hauptkategorie
Der Name muss der reale Name sein. „Bäckerei Schmidt" ist richtig, „Bäckerei Schmidt – Beste Brötchen Hamburg" verstößt gegen die Richtlinien und führt früher oder später zur Sperrung.
Die Hauptkategorie ist die wichtigste Einzelentscheidung im ganzen Profil. Sie legt fest, für welche Suchanfragen Google dich überhaupt in Betracht zieht. Google bietet rund 4.000 Kategorien an — wähle die spezifischste, die zu deinem Kerngeschäft passt: „Pizzeria" statt „Restaurant", „Kieferorthopäde" statt „Zahnarzt", „Kfz-Werkstatt" statt „Autohaus". Weitere Kategorien kannst du später als Zusatzkategorien ergänzen; im Artikel Google Unternehmensprofil optimieren steht, wie du sie sauber kombinierst.
Schritt 3: Adresse oder Einzugsgebiet
Google fragt: „Möchtest du einen Standort hinzufügen, den Kunden besuchen können?" Hier gibt es drei Fälle:
| Unternehmenstyp | Einstellung | Beispiele |
|---|---|---|
| Ladengeschäft | Adresse eintragen, sie wird öffentlich angezeigt | Restaurant, Friseur, Praxis, Einzelhandel |
| Dienstleister ohne Ladenlokal | Keine Adresse anzeigen, stattdessen Einzugsgebiet (Städte oder Postleitzahlen) angeben | Handwerker, Reinigungsdienst, mobiler Friseur, Umzugsfirma |
| Hybrid | Adresse anzeigen und zusätzlich Einzugsgebiet definieren | Sanitärbetrieb mit Ausstellung, Fahrschule |
Eine Regel ist absolut: Die Adresse muss ein Ort sein, an dem dein Unternehmen tatsächlich arbeitet und an dem während der Öffnungszeiten jemand erreichbar ist. Briefkastenadressen, Coworking-Spaces ohne eigenes Schild und virtuelle Büros akzeptiert Google nicht — und erkennt sie bei der Verifizierung meist. Das Einzugsgebiet darf höchstens etwa 2 Stunden Fahrzeit um deinen Standort umfassen.
Schritt 4: Kontaktdaten und Website
Trage eine Telefonnummer ein, unter der jemand abnimmt, und deine Website. Beides muss zeichengenau mit den Angaben auf deiner Website, im Impressum und in Verzeichnissen wie Gelbe Seiten oder 11880 übereinstimmen. Google gleicht diese Daten ab; Abweichungen kosten Vertrauen und damit Ranking.
Keine Website? Trotzdem eintragen, was du hast — zum Beispiel deine Facebook- oder Instagram-Seite. Googles eigenen Website-Baukasten für Unternehmensprofile gibt es seit März 2024 nicht mehr; alte damit gebaute Seiten leiten nur noch auf das Profil weiter.
Schritt 5: Verifizierung
Jetzt will Google wissen, dass du wirklich der Inhaber bist. Die Methode bestimmt Google, nicht du. Für die meisten neuen Profile heißt das heute Video-Verifizierung: Du filmst mit dem Handy einmal durch deinen Betrieb — Außenansicht mit Umgebung, Schild, Innenraum, Arbeitsmittel und einen Nachweis, dass du Zugang hast (Kasse öffnen, Lager aufschließen). Bei etablierten Standorten kommt manchmal noch die klassische Postkarte mit Code, die 5–14 Tage braucht. Alle Methoden, Ablehnungsgründe und was du filmen musst, stehen im Artikel Google Unternehmensprofil verifizieren.
Bis zur Verifizierung ist das Profil für Kunden unsichtbar. Du kannst es aber schon vollständig ausfüllen — mach das, damit es beim Freischalten direkt komplett ist.
Schritt 6: Das Profil vollständig ausfüllen
Google selbst sagt, dass vollständige Profile deutlich häufiger als seriös eingeschätzt werden und mehr Aktionen auslösen. „Vollständig" heißt konkret:
- Öffnungszeiten inklusive Feiertage und Sonderzeiten — falsche Zeiten sind der Grund Nummer 1 für 1-Sterne-Bewertungen von Kunden, die vor verschlossener Tür standen.
- Unternehmensbeschreibung: bis zu 750 Zeichen. Die ersten 250 zählen, sie werden ohne Klick angezeigt. Beschreibe, was du für wen tust — ohne Links, ohne Werbesprüche.
- Leistungen und Produkte mit Preisen, wenn möglich. Jede eingetragene Leistung ist ein Suchbegriff, für den du gefunden werden kannst.
- Attribute: barrierefrei, Terrasse, Kartenzahlung, Inhaberin — alles, was zutrifft.
- Fotos: mindestens Logo, Titelbild, 3 Außen-, 3 Innen-, 3 Team- oder Arbeitsfotos. Mit dem Handy aufgenommen, hell, ohne Filter.
Schritt 7: Die ersten 30 Tage
Ein frisch verifiziertes Profil ist ein leeres Regal. Was jetzt zählt, ist Bewegung:
- Erste Bewertungen holen. Bitte deine 5 zufriedensten Stammkunden persönlich. Nutze den Bewertungslink aus deinem Profil („Um Rezensionen bitten"). Wie du das dauerhaft und regelkonform aufbaust: Mehr Google-Bewertungen bekommen.
- Jede Bewertung beantworten — auch die guten. Google wertet Antworten als Aktivitätssignal.
- Einen Beitrag pro Woche veröffentlichen: Angebot, Neuigkeit, Foto vom Tag. Beiträge halten das Profil frisch.
- Kontaktoption SMS oder WhatsApp aktivieren, falls Google sie für dein Profil anbietet. Die frühere Chat-Funktion gibt es seit Juli 2024 nicht mehr, die öffentlichen Fragen und Antworten seit Ende 2025 ebenfalls nicht.
Reine Eingabezeit bis zur Verifizierungsanfrage
Kategorien zur Auswahl — die Hauptkategorie entscheidet
Zeichen Beschreibung, die ersten 250 sind sichtbar
Google-Konto und Zugriffe sauber aufsetzen
Das Profil gehört dem Google-Konto, das es verifiziert hat. Deshalb lohnt es sich, hier fünf Minuten zu investieren, bevor du den ersten Kunden bittest, dich zu bewerten:
- Hauptinhaber: ein Konto der Firma (Inhaber oder Geschäftsführung), mit Zwei-Faktor-Anmeldung und einer Wiederherstellungs-Telefonnummer, die im Betrieb bleibt.
- Verwalter: Mitarbeiter, Marketing oder eine Agentur bekommen Zugriff als Verwalter über „Nutzer und Zugriff". Sie können alles bearbeiten, das Profil aber nicht löschen oder übertragen.
- Nie Zugangsdaten weitergeben. Wer dein Passwort verlangt, statt sich als Verwalter einladen zu lassen, arbeitet unsauber — auch als Agentur.
- Beim Ausscheiden eines Mitarbeiters am selben Tag den Zugriff entfernen. Wir sehen regelmäßig Profile, die ein ehemaliger Azubi noch verwaltet.
Übernimmst du einen Betrieb, lass dir das Profil vom Vorbesitzer übertragen, statt ein neues anzulegen — die Bewertungen der letzten Jahre sind bares Geld wert.
Die 5 Fehler, die wir bei neuen Profilen am häufigsten sehen
- Privates Google-Konto eines Mitarbeiters — bei Kündigung ist der Zugang weg.
- Zweites Profil angelegt, obwohl ein automatischer Eintrag existierte — Google sperrt Duplikate.
- Generische Hauptkategorie („Dienstleister", „Geschäft") — das Profil rankt für nichts.
- Adresse eines Steuerberaters oder einer Wohnung eingetragen, obwohl Kunden dort nie hinkommen.
- Profil verifiziert und dann nie wieder angefasst — Google stuft inaktive Profile ab, und Kunden lesen unbeantwortete Kritik.
Wenn du das Profil lieber einmal richtig aufsetzen lässt: Bei uns ist die komplette Einrichtung Teil des Ultimate Pakets der Google Business Agentur. Mit diesem Handwerk haben wir für über 100 Unternehmen zusammen 3,9 Mio. Profilaufrufe und 780.000 Aktionen erzeugt. Alle Grundlagen zum Profil findest du gesammelt im Google Unternehmensprofil: der komplette Leitfaden.
Häufige Fragen zum Erstellen des Profils
Kostet ein Google Unternehmensprofil etwas?
Nein. Das Erstellen, Verifizieren und Verwalten ist komplett kostenlos, und Google bietet keine bezahlte Premium-Version an. Anrufe oder Mails, die eine Gebühr für „Freischaltung" oder „Verlängerung" verlangen, sind Betrug.
Wie lange dauert es, bis mein Profil bei Google sichtbar ist?
Die Eingabe dauert 15–20 Minuten. Sichtbar wird das Profil erst nach der Verifizierung: Bei Video-Verifizierung meist innerhalb weniger Tage, per Postkarte 5–14 Tage. Danach braucht Google noch bis zu einer Woche, bis der Eintrag überall in Maps und Suche erscheint.
Kann ich ein Profil ohne Geschäftsadresse erstellen?
Ja. Dienstleister, die zu Kunden fahren, blenden die Adresse aus und geben stattdessen ein Einzugsgebiet an — Städte oder Postleitzahlen bis etwa 2 Stunden Fahrzeit. Eine reale Adresse musst du Google trotzdem hinterlegen, sie wird nur nicht angezeigt.
Mein Unternehmen ist schon bei Google Maps — was jetzt?
Kein neues Profil anlegen. Klicke auf dem bestehenden Eintrag auf „Inhaber dieses Unternehmens?" und beanspruche ihn. Verwaltet ihn bereits jemand anderes, kannst du über dasselbe Formular Zugriff anfordern; der aktuelle Inhaber hat dann 3 Tage Zeit zu reagieren.
Gibt es die Google My Business App noch?
Nein. Google hat die App 2022 eingestellt. Du verwaltest dein Profil direkt in der Google-Suche oder in Google Maps: Mit deinem Unternehmenskonto eingeloggt nach dem eigenen Firmennamen suchen, dann erscheint das Bearbeitungsmenü.
Ich habe mehrere Standorte — brauche ich mehrere Profile?
Ja, ein Profil pro physischem Standort mit eigener Adresse und eigenen Öffnungszeiten. Ab 10 Standorten kannst du sie bei Google gesammelt hochladen und als Unternehmensgruppe verwalten. Mehrere Profile für denselben Standort sind dagegen verboten.